Bodden

Stand Sept./Okt. 2021

Die Bodden im Bereich Fischland-Darss-Zingst sind recht flache, aber weitläufige Seen mit Verbindung zur Ostsee. Ihr Wasser ist in der Regel sehr trübe, grün und brackig. Das liegt zum einen am geringen Austausch mit der Ostsee als auch am Eintrag von Rückständen aus der Landwirtschaft, die eine Eutrophierung bewirken. Dicke Bodenschichten aus fauligem Schlamm dominieren.

Inzwischen fahren wir nun schon seit 10 Jahren in die Region und ich kenne den Saaler Bodden daher schon genauer. Wie auch der Bodstedter Bodden bekommt er nur über die Meiningenbrücke mit ihrer engen Durchfahrt frischeres Wasser aus der Ostsee.   Bei Windstärken über 4 Beaufort können sich Wellen bis 1 m bilden die sehr kurz sind und kleineren Booten zu schaffen machen.

Bild rechts: Sehr mutig von uns: mit unserem ersten Boot, einem Zephyr 3,3m Schlauchboot von Wustrow bis kurz vor die Meiningen- Brücke.

Weitere Ausfahrten waren mit unserem ERIK sicherer

Die Weitläufigkeit der Bodden täuscht darüber hinweg das sie nicht sonderlich tief sind. Es gibt weite Bereiche, die lediglich 0,3 bis 1,5 Meter tief sind. In Ufernähe bis 200 Meter kann es auch sehr flach sein. Hier sollte ein Echolot im Boot sein, damit man nicht unvorhergesehen auf Grund läuft. Eine Seekarte mit Tiefenangaben leistet gute Dienste. Zudem ist ein Kompass unerlässlich. Wird man draußen von Nebel überrascht, kann es mit der Rückfahrt kritisch werden!

 

Mit dem Küstenschein von Mecklenburg-Vorpomern dürfen die Bodden beangelt werden. Der bevorzugte Fisch ist hier der Zander. Auch Barsche und Weißfische sind reichlich vorhanden. Wer nun aber meint, er brauche die Angel nur auszuwerfen und schon beißt es, der hat sich geschnitten. Die riesigen Wasserflächen sind wie eine große Wüste mit wenigen “Oasen”. Gute Hinweise auf Fischvorkommen geben einem die Stellnetze der ortsansässigen Berufsfischer. In den Regionen, wo sie stehen, kann man auch mit Fischen rechnen.  Allerdings ist das nicht ungefährlich, denn manche Netze sind unter die Wasseroberfläche abgesunken und bilden dann eine Gefahr für die Bootsschraube!

Eine Faustregel: ein Netz wird außen durch je eine Boje mit Doppelflagge sowie einer Einzelflagge in der Mitte gekennzeichnet. Das es Ausnahmen durch Wildfischer gibt, habe ich selbst erfahren und bin durch eine vermeintlich freie Durchfahrt zwischen zwei Doppelflaggen direkt in dessen Netz gebrettert.

Die besten Chancen sind aber immer noch in der Nähe der Schilfgürtel und nicht direkt am Grund. Offenbar meiden die Fische diesen wegen der darin enthaltenen Faulgase.

Fischland 2018 (20)

Angeln dicht am Schilf ...

ZanderBodden2

und das Resultat: ein 67er Zander !